Natur vs. Industrie

d2bb95ca-f5c7-458e-b253-ac5ce8a655c3

●◐○

8c4f084a-6ecc-4dad-9dd3-7323f6500aad

Sandymount-Beach, Irland

Advertisements

8. Dreads färben

Das Färben von Dreads verhält sich fast genauso wie mit offenen Haaren. Einziger Unterschied besteht in der Menge der Farbe. Um ein schönes, gleichmäßiges Ergebnis zu erhalten braucht man für Dreads viel mehr davon, da sich Dreads mit der Farbe richtig vollsaugen. Aus Erfahrung würde ich sagen kommt man mit der doppelten Menge als für offenes Haar gut aus. Auch ist es wichtig, die Farbpaste richtig gut in die Dreads einzumassieren, damit nichts fleckig wird. Das dauert um einiges länger – daher ist es ratsam, sich fürs Dreads färben genug Zeit zu nehmen.

Eventueller Schmuck sollte vorher herausgenommen werden, denn nur so kann das Haar darunter auch gleichmäßig Farbe abbekommen.

●◐○

Tipps:

Um den Kopf zwei- oder mehrfarbig zu färben ist Alufolie ein gutes Hilfsmittel. Nach Färbung der ersten Partie wird alles bereits Gefärbte mit der Folie umwickelt, so dass nichts hinein oder hinaus kommt. Das ist zwar aufwendig, aber sehr sinnvoll für ein schönes Ergebnis. 

Nicht oxydierende Haarfarben wie z.B. Directions entwickeln sich bei Wärme besser und sorgen dadurch für ein langanhaltenderes Ergebnis. Dazu am besten nach Auftragen der Farbe Frischhaltefolie um die Haare wickeln und zwischendurch ein paar Minuten fönen. (Das liegt daran, dass sich bei Wärme die normalerweiße glatt anliegende Schuppenschicht der Haare aufstellt und so Farbpigmente besser ins Haar eindringen können. Auch beim Waschen mit warmen Wasser öffnet sich die Schuppenschicht, und Pigmente werden leicht aus dem Haar gewaschen. Um die Schuppenschicht zu schließen oder sogar (zum Beispiel beim Waschen) geschlossen zu halten, hilft kaltes Wasser. Wer also lange was von seiner Farbe haben möchte, wäscht seine Haare am besten nur kalt – brrr!)

Ein weit verbreitetes Gerücht besagt, dass man Dreads nicht mit Henna färben sollte – das stimmt ürbigens nicht. Bedenken gibt es wegen eventuell verbleibender Rückstände in den Dreads. Daher gilt es, ein möglichst feinpulvriges Henna zu nutzen und es nach der Einwirkzeit richtig gut auszuwaschen, vor allem am Ansatz. (Das sollte man aber schließlich mit jeder Farbe tun!) Henna hört erst nach 3 Stunden auf zu wirken, daher kann man es für ein intensives Ergebnis auch ruhig solange auf dem Kopf lassen. Ich habe gelesen, dass einige es sogar über Nacht einwirken lassen und erst am nächsten Morgen die Farbe auswaschen. 

7. Dreads blondieren

DSC_1945fg

Beim Blondieren von Dreads gilt im Prinzip das Gleiche wie bei offenem Haar: Es ist sparsam und mit Vorsicht zu genießen. Blondierung schädigt das Haar sehr; sie macht es trocken und spröde. Diese Eigenschaften sind im kleinen Maß ganz gut für Dreads und deren Filzprozess. Wer keine Probleme mit zu trockenen Haaren hat, braucht auch nicht allzu vorsichtig beim Blondieren sein. Man sollte dann den Prozess nur nicht zu häufig wiederholen und die Haarstruktur gut im Blick behalten.

Wer allerdings bereits trockeneres Haar hat, sollte vorsichtig sein. Da die Aufhellung sehr austrocknet, können die Haare schnell abbrechen. Bei Dreads kann dieses Abbrechen einzelner Haare dazu führen, dass sich ganze Dreads auflösen, da sie innerlich zerfallen und schließlich am Ansatz abreißen. Das ist natürlich nur der „Worst Case“. Um dies zu vermeiden, kann man einige Punkte beherzigen:

  • Haare und Struktur gut beobachten, sind sie eher trocken, brechen Spitzen ab ect. – sollte dies der Fall sein, besser verzichten. Um Austrocknen zu verhindern hilft reichhaltige Pflege (Kokosöl, Haarkuren, Waschen mit pflegendem Shampoo)
  • Beim Nachfärben von bereits blonden Haaren die Blondierung nur in die Ansätze geben, die Längen schonen
  • Blondierung mit wenig Prozent nutzen, dies schädigt weniger als Hochprozentige (Erhältlich im Friseurbedarfsladen, Anleitung kann dort gegeben werden)
  • Vorgegebene Einwirkzeit nicht überschreiten
  • Blondierung besonders gut ausspülen
  • Blondierung nach dem Auswaschen absäuern, um den Aufhellungsprozess zu stoppen. Säuert man das Haar nicht ab, blondieren die Ablagerungsstoffe das Haar unmerklich weiter, d.h., die Haare hellen zwar nicht weiter auf, werden aber geschädigt. Zum Absäuern wird eine Haarkur mitgeliefert – wer diese aufgrund pflegender Inhaltsstoffe für seine Dreads nicht verwenden mag spült das Haar mit einer Essigrinse gut durch (zum Beispiel 9:1 Wasser und Apfelessig gemischt) Ich mache zur Sicherheit immer beides. Ich kann mir vorstellen, dass die zähflüssige Kur bestimmt nicht bis ins innere des Dreads vordringt, daher hänge ich die ausgespülten Haare erstmal 1-2 Minuten in ein Essigbad. Die Dreads saugen sich gut mit der Absäuerung voll und danach gibts für den besseren Geruch noch die beigelegte Spülung. Mit dieser Methode behandle ich seit Jahren meine Haare mit Erfolg =)

●◐○

Eigene Erfahrungen:

Wenn man eine dunklere Haarfarbe hat, z.B. dunkles braun, empfehle ich, die Dreads lieber zweimal mit 3-6% Blondierung vom Friseurbedarfsladen zu behandeln. Die Aufhellung erfolgt über mehrere Nuancen: von dunkelbraun über hellbraun über orange bis blond. Bei zweimaligem Blondieren ist die Chance hoch, ein schönes blond zu bekommen statt ein knalliges Orange =) Durch das Verwenden von wenig prozentiger Blondierung ist der Prozess dennoch halbwegs schonend.

Bei mittelblonden bis blondem Haar wird eine einmalige Blondierung mit 9-12% Blondierung oder Drogerieblondierung bis zu 8 Nuancen reichen. Ist das Haar allerdings schon sehr angegriffen, würde ich die oben genannte Methode empfehlen.

Um von der Farbe Rot auf Blond zu kommen rate ich dringend den Gang zum Friseur! Ich bin zwar ein großer Fan vom selbst färben, doch dieser Schritt hat mich nun schon zwei mal in den Wahnsinn getrieben… Das ist zwar etwas kostspieligrggger als Drogeriefarbe, jedoch auch wesentlich effektiver. In meinem Fall habe ich viel Geld für Blondierung ausgegeben und danach nochmal genauso viel beim Profi. Ergo hätte ich auch gleich dorthin gehen können =) Rotpigmente sind schwer aus dem Haar zu bekommen und grade bei Dreads wird das Ergebnis oft nicht nur Orange, sondern auch noch fleckig. Das Foto ist nach zwei Selbstversuchen entstanden – blonder Ansatz, knallorange Längen. Die Friseurin hat mir erstmal einen mittleren Aschton gefärbt, womit ich es einige Monate aushalten musste. Anschließend hat sie zweimal mit wenig Prozent blondiert und ich war happy mit hellem Blond.

●◐○

Noch mehr Tipps zum blondieren:

Wer dickes Haar hat benötigt für die Behandlung von Dreads ungefähr die doppelte Menge Blondierung als für einen Kopf ohne Dreads – auch für die Ansatzbehandlung. Man muss eben doch mehr Masse in die Dreads einmassieren, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erhalten. Ich musste selbst erleben, wie ärgerlich es ist, nach der ganzen Prozedur einen großen Kreis mit dunklen Ansätzen am Hinterkopf zu haben weil einem plötzlich die Farbe ausgeht =)

Bitte kein Blondspray verwenden! Das Spray bleibt bis zur nächsten Wäsche in den Haaren haften und oxydiert bis dahin fröhlich vor sich hin. Das schädigt das Haar enorm, und doch ist das Ergebnis oft wenig sichtbar oder wird fleckig.

Sollte das Haar nach dem Blondieren gelbstichig sein, kann ein Waschgang mit Silbershampoo Abhilfe schaffen. Das gibt es z.B. günstig von SwissOpar oder teuer von Loreal. Es ist dunkelblau/lila, aber keine Sorge, die Farbe wäscht sich mit Wasser vollständig wieder heraus. Dunkelblau ist die Konträrfarbe zu Orange/Gelb und erzielt somit den Effekt, gelbstichiges Haar zu neutralisieren. Meiner Erfahrung nach funktioniert das wunderbar und kann beliebig oft wiederholt werden. Für einen sehr kühlen Blondton lasse ich das Silbershampoo eine halbe Stunde einwirken – klappt prima!

Sollte Silbershampoo nicht wirken, kann man versuchen, das Ergebnis mit der Silberspülung namens Fan auszugleichen. Sie wirkt ähnlich wie das Silbershampoo, ist allerdings die hochkonzentrierte Form und das Ergebnis soll angeblich länger halten. Eigene Erfahrungen habe ich damit noch nicht gesammelt, habe aber viel positives davon gelesen und gehört.

●◐○

Puh, das war ein langer Post! Falls ihr noch Fragen habt, schreibt mich gerne an =) aber jetzt erst mal viel Erfolg beim Ausprobieren!

dutt

6. Dreads trocknen

1457649818571

Dreads brauchen um einiges länger zum trocknen als offenes Haar. Beim Waschen saugen sie wie ein Schwamm Wasser in sich auf und geben es leider nur ungern wieder ab. Nach kurzer Zeit im Handtuch eingewickelt oder an der frischen Luft sehen Dreads oftmals äußerlich schon trocken aus, sind es aber innen noch nicht. Gerade im Winter ist es wichtig, die Dreads gut durchzutrocknen, da sich die Feuchtigkeit in der kalten Jahreszeit z.B. durch das Tragen von Mützen länger in den Haaren hält und es so zu muffigem Geruch oder im schlimmsten Fall gar Schimmel kommen kann. Außerdem gilt auch hier Omas Weisheit, man sollte zwecks Erkältungsgefahr nicht mit nassem Haar aus dem Haus. Also heißt es, Dreads ordentlich durchtrocknen – aber wie?

Der erste Griff nach dem Waschen geht für die Meisten direkt zum Handtuch. Die gewohnte Turban-Methode funktioniert hierbei auch wunderbar bei kürzeren Dreads, bei langem Haar könnte es allerdings schwierig werden, alle Haare unter dem Handtuch zu verstauen – zumindest, wenn das Ganze auch noch halten soll =) Folgende Methode eignet sich daher besser für lange Dreads:Man legt sich ein großes Badetuch so um den Kopf, das links und rechts die Seiten über die Schultern hängen. Die Dreads liegen in zwei Partien aufgeteilt links und rechts auf den Handtuchenden. Jedes Handtuchende wird samt Dreads vorsichtig eingewickelt und die beiden Enden-Würste zum Schluss verknotet oder mit einem Haargummi fixiert. Klingt jetzt alles irgendwie komplizierter als es ist, daher folgt nun eine kleine Bildstrecke zur Untermalung und Belustigung 😉

Screenshot_2016-05-06-22-22-27-1

Ich würde empfehlen, die Haare circa 20 Minuten im Handtuch eingeschlagen zu lassen. So kann das Gröbste erstmal im Handtuch landen, statt auf dem Fußboden. Am besten für Haare und Umwelt ist es natürlich, sich anschließend in die wärmende Sonne zu setzen und die Haare an der Luft trocknen zu lassen. Wetter- und Zeitbedingt ist das natürlich nicht immer möglich, also muss die Heißluft aus der Steckdose her.

Man kann Dreads ganz normal föhnen. Ein kleiner Nachteil ist allerdings, dass durch die Luft von allen Seiten Fusselhärchen leicht aus dem Dreads gezogen werden und man dadurch anschließend etwas wüst aussehen kann. Außerdem werden die Dreads ungleichmäßig trocken und man muss gegebenfalls sehr lange föhnen, bis alle Stellen gleichmäßig getrocknet sind.  

Besser finde ich daher das Trocknen mit der guten alten Trockenhaube. Die Luft kommt gleichmäßig von allen Seiten, drückt Fusselhaare an den Kopf und die Dreads werden gleichmäßig trocken. Das Trocknen dauert bei mir mit einer Trockenhaube circa eine Stunde, in der ich mich gemütlich aufs Sofa setze, lese oder am Laptop sitze – sehr vorteilhaft, wie ich finde =)

20160309_211043tabf

5. Dreads waschen

20160310_220759mitrand

Die Auswahl an Pflegeprodukten ist auch für Dreads sehr groß

Wie oft sollte ich meine Dreads waschen?

Zum Thema Dreads waschen gibt es sehr viele unterschiedliche Meinungen. Die einen waschen ihre Dreads alle 1-2 Tage, die anderen alle 1-3 Wochen, und wieder andere alle 1-2 Monate. Ich habe auch schon von einem Menschen gelesen, der seine Dreads einmal pro Jahr wäscht. Letztendlich ist dies eine sehr individuelle Frage und bleibt dem eigenen Gefühl überlassen. Wie oft man seine Dreads waschen sollte ist z.B. abhängig von der Kopfhaut, wie schnell sie fettet, ob Schuppen entstehen, die Kopfhaut juckt…und dem Geruch in den Längen (oftmals nehmen Dreads schnell Gerüche auf). Es gibt auch einige Mittelchen mit denen man das Waschen etwas hinauszögern kann, z.B. Birkenwasser auf die Kopfhaut träufeln, wenn das Haar noch nicht fettig ist, die Kopfhaut aber spannt und juckt oder Wasser in eine Sprühflasche geben und ein paar Tropfen ätherischer Öle hinzufügen – super als kleiner Frischekick zwischendurch. Mit der Zeit erhält man ein Gefühl dafür, wann der nächste Waschgang notwendig ist.

Oft wird einem gesagt, man solle nach dem Erstellen von Dreads ein paar Wochen warten, bevor man sich das erste Mal wieder die Haare wäscht. Das ist allerdings nicht zwingend notwendig! Es wird gesagt, je länger man mit dem Waschen wartet, desto besser können die Dreads in Ruhe filzen. Ja und Nein. Ich würde zwar schon sagen, dass es für den Filzprozess förderlich ist, die Dreads erstmal in Ruhe zu lassen (auch ohne Waschen). Allerdings kann man nicht pauschal sagen, wie lange dieser Zeitraum sein sollte. Denn wer zu lange wartet bekommt fettiges Haar, und fettendes Haar filzt schlecht. Außerdem sind die Konzequenzen bei zu frühem Waschen nicht wirklich tragisch: Eventuell muss man die frischen Dreads schneller nachbearbeiten, sprich Nachhäkeln. Doch lieber ein bisschen mehr Arbeit, als permanent mit schlechtem Gefühl herumzulaufen. Denn grade am Anfang spannt die Kopfhaut besonders und Waschen kann helfen, sie zu beruhigen. Wenn man allerdings die Abstände zwischen den Haarwäschen jedes mal ein bisschen vergrößert, werden sich die Haare mit der Zeit daran gewöhnen, weniger als vor dem Dreadden gewaschen zu werden, und werden dadurch nach und nach immer weniger schnell fettig.

●◐○

Die Qual der Wahl: Womit kann gewaschen werden?

Je nach Belieben und Haarstruktur wird gerne eingesetzt:

Duschgel: sehr vorteilhaft, da es reinigt, schonend zur Kopfhaut ist, ohne Pflegesubstanzen für das Haar ist und man sich den Geruch selbst aussuchen kann =) Duschgel beschleunigt jedoch nicht den Filzvorgang

Totes-Meer-Shampoo & Teebaumöl-Shampoo: trocknet das Haar aus und ist somit gut für den Filzvorgang, sehr schonend zur Kopfhaut, lindert Spannungen und Juckreiz auf der Kopfhaut, der Geruch ist allerdings für viele unangenehm. Viele schwören auf das BIG-Shampoo von Lush, das riecht weniger nach Salz, dafür aber meiner Meinung nach sehr parfümiert. 

Head&Shoulders-Shampoo: beseitigt effektiv Schuppen, pflegt das Haar und ist daher meiner Meinung nach in der Anfangszeit nicht zu empfehlen, für diese Marke werden Tierversuche gemacht, was für viele Dreadheads ein Gegenargument ist

Beliebiges Shampoo mit und ohne Silikone: es pflegt das Haar, daher für die Anfangszeit nicht zu empfehlen, für viele aber später wieder eine Option

Kernseife bzw. für Veganer Olivenseife: beschleunigt den Filzprozess, reinigt effektiv, kann bei zu häufigem Gebrauch die Haare zu sehr austrocken und dadurch Haarbruch begünstigen,  einige berichten von juckender Kopfhaut nach Benutzung von Seife, bei falscher Anwendung können Seifenstücke im Haar zurückbleiben

Spezielles Dread-Shampoo: schonend zur Kopfhaut, schonend zu den Dreads, oftmals sehr teuer, laut einigen Aussagen „auch nicht besser, als andere Shampoos“

Lavaerde/Rhassoulpaste: schonend zur Kopfhaut, auf natürlicher Basis – keine Chemie, begünstigt den Filzprozess, muss sehr gut ausgewaschen werden, sonst potentielle Rückstände, viele berichten davon, dass der Ansatz weniger schnell nachfettet, vielen fehlt allerdings das „Wasch-Gefühl“, da es nicht schäumt und erdig riecht.=)

Selbstgemachte Shampoos: auf Natronbasis, Rezepte folgen bald – ich bin zur Zeit fleißig am ausprobieren und tüfteln 🙂

Bewährt hat sich bei vielen auch mehrere Sachen miteinander zu kombinieren, z.B. etwas Entfettendes für den Ansatz und für die Längen etwas Austrocknendes.

●◐○

20160310_222332rahmen

Wie kann ich sie am besten waschen?

Ein fluffiger Badeschwamm ist bestens dafür geeignet, aus Shampoo, Duschgel, einem Stück Seife ect. voluminösen Schaum herzustellen. Dafür eine kleine Menge auf den nassen Schwamm geben und gut zwischen den Handflächen hin- und herkneten. Den Schaum anschließend ausgiebig auf den nassen Dreads verteilen, entweder mit den Händen oder direkt mit dem Schwamm. Kurz einwirken lassen und gut ausspülen.Vor allem bei festen Seifenstücken eignet sich diese Methode, um Seifenreste in den Dreads vorzubeugen.

Einige schwören darauf, den Vorgang zu wiederholen, meiner Meinung nach ist das nicht nötig.

●◐○

Tipps & Tricks:

  • Gegen juckende und spannende Kopfhaut hilft meist schon waschen. Sind die Haare jedoch noch nicht fettig, können folgende Mittel Linderung verschaffen: Birkenwasser, Klettwurzelöl, Wasser und ein paar Tropfen Teebaumöl mit Hilfe einer Sprühflasche auf der Kopfhaut verteilen, SOS Kopfhaut-Fluid (von Salthouse). Direkt nach dem Waschen können eine Essigrinse(9:1 Wasser und Essig) oder ein Sud aus Kamillentee über die Kopfhaut gegossen werden, um die Kopfhaut zu beruhigen und Juckreiz vorzubeugen.
  • Um den Filzvorgang auch beim Waschen zu beschleunigen können die Dreads nach dem Einseifen statt mit klarem Wasser mit Salzwasser ausgespült werden. Dafür vor dem Waschen Meersalz in 1-2 Liter heißem Wasser auflösen und abkühlen lassen.
  • Haarkur“ für Dreads: Um den Filzvorgang zu beschleunigen kann ab und an eine Kieselerde-Kur gemacht werden. Dafür Kieselerdepulver (aus der Drogerie) mit Wasser vermengen und in die Dreads eimassieren. Wichtig ist, die Masse richtig gut auszuspülen, sonst fühlt sich das Haar stumpf an und Rückstände können sich festsetzen. Vorsicht vor allem bei trockenem Haar – die Kieselerde trocknet extrem aus und die Haare können brechen! Ich persönlich bin überhaupt kein Fan von Kieselerde, da es meine Extensions so sehr ausgetrocknet hat, dass sie nun nach und nach ihre Spitzen verlieren. Außerdem wirken meine Haare danach strohig und glanzlos.
  • Für alle Blondinen unter uns: Silbershampoos frischen nicht nur die Farbe auf, sonder trockenen das Haar gleichzeitig wunderbar aus!
  • Frischekick für die Längen: zwischendurch mit Parfüm einsprühen oder Wasser mit ein paar Tropfen des Lieblings- ätherischen-Öls in einer Sprühflasche vermischen und in die Längen sprühen. Es gibt bei dm mittlerweile sogar ein „Haarparfüm“, welches man sich einfach in die Dreads sprühen kann und einen blumigen Geruch hinterlässt.
  • Salzspray: um den Filzprozess zu beschleunigen kann man es zwischendurch auf die Ansätze sprühen, oder aber auch in die Längen, um den Geruch der Dreads zwischendurch wieder etwas aufzufrischen
  • Tiefenreinigung: Ab und an kann man seinen Dreads auch mal eine Tiefenreinigung gönnen. Dazu gibt es silikonfreie Shampoos aus der Drogerie, oder man macht sie ganz einfach selbst. Dazu gibt es viele tolle Rezepte, ich bin gerade noch am testen und werde euch bald mein Favourite-Rezept vorstellen
  • Sehr trockene Dreads: Bei sehr trockenen und blondierten Dreads sind auch mal normale Spülungen oder Haarkuren in den Längen erlaubt, um potentiellem Abbrechen vorzubeugen. Wirds gefährlich und sie Spitzen drohen bereits abzubrechen, kann man seine Längen ein paar Stunden vor dem Waschen mit Kokosöl einreiben. Ich benutze für meine sehr trockenen Spitzen auch normales Shampoo und nutze nach dem Waschen sogar eine Leave-In-Haarkur.

 

 

4.Dreadverlängerungen

Sind die eigenen Dreads dem Träger zu kurz oder wird mehr Volumen gewünscht besteht die Möglichkeit, sie mit Extensions zu verlängern. Eine Verlängerung kann dauerhaft sein, indem man sie an die eigenen Dreads anhäkelt, oder sie kann wieder schnell entfernt werden, indem man sie nur ins Haar einflechtet. Folgende Möglichkeiten gibt es:

Echthaar: Echthaar besticht durch seine Natürlichkeit, es ist langlebig und verfilzt. Außerdem ist es färbbar, was für viele ein sehr wichtiges Argument ist. Ein Kontra-Argument ist aber oft die Beschaffung: Hat man keine Freunde oder eine gute Connection zu einem Friseur, ist Echhaar sehr teuer und oft von Menschen, die ihr Haar aus der Not heraus opfern oder verkaufen mussten. Fertige Echthaar-Extenisons gibt es meines Wissens nach nicht, oftmals bieten aber ehemalige Dreadheads ihre abgeschnittenen Dreads zum Verkauf oder Tausch in Foren oder bei Ebay an. Diese kann man anschließend an seine eigenen Haare anhäkeln, indem man die offenen Spitzen des eigenen Dreads über den verfilzten Teil der neuen Dreads legt, und andersherum den offenen Ansatz des neuen Dreads über den verfilzten Teil des eigenen Dreads legt und dann alles schön festhäkelt. Zur Veranschaulichung hier eine kleine Skizze:

20151204_143121verlängerung

Hat man an den eigenen Dreads geschlossene Spitzen, müssen diese vor der Verlängerung ca. 3-4cm aufgekämmt werden.
Hat man offenes Echthaar, gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Man erstellt vor dem Anhäkeln ans eigene Haar richtige Dread-Extensions mit einer der gängigen Methoden, z.B. der Backcombing-Methode. Man lässt dabei den Ansatz offen und häkelt die Extensions dann wie eben beschrieben an das eigene Haar an.
2. Man erstellt durch leichtes toupieren und Palm-rolling einzelne leicht verfilzte Strähnen, die direkt an die eigenen Dreads angehäkelt werden und anschließend mit z.B. der Backcombing-Methode zu Dreads gemacht werden.

received_940707472637703-1

Meine Dreads mit Echthaarverlängerungen

●◐○

Kunsthaar: Die Vorteile von Kunsthaar sind ganz klar die große Auswahl und der günstige Preis. Viele Shops bieten Kunsthaar in noch offenen Zustand oder schon als fertige Extensions in allen möglichen Farben, Längen und Durchmessern an. Toll ist auch, dass man auch ausgefallene Designs bestellen kann, z.B. in bunten Farben, mehrfarbig und gedreht. Allerdings halten Kunsthaar-Extensions oft nicht lange und sie können nicht verfilzen. Je nach Kunsthaar ist für viele auch der unnatürliche Glanz ein Gegenargument. Außerdem kann man es nicht einfärben, sich spontan die Haare zu färben wird also mit Kunstdreads nicht möglich.

Meistens werden Kunsthaar-Extensions als Double-ended-Dreads hergestellt. Das bedeutet, das man zwei Kunsthaardreads hat, die oben mit einem nicht gedreaddedem Teil verbunden sind. Durch diesen losen Haare kann man den eigenen Dread stecken und entweder festhäk20151204_143134singledoubleeln oder festknoten, dann kann man das Kunsthaar leicht wieder entfernen.
Die andere Möglichkeit ist, solche Double-ended-Dreads am Zwischenteil aufzuschneiden und die einzelnen Dreads an die eigenen anzuhäkeln.
Auch gibt es Single-ended-Dreads, diese haben oben am Ansatz eine Schlaufe, durch die das eigene Haar gesteckt und festgeknotet werden kann. Auch diese Schlaufe kann natürlich aufgeschnitten werden und anschließend am Dread festgehäkelt werden.

Natürlich kann man sich Kunsthaar-Dreads auch selber machen. Dazu muss man sich offenes Kunsthaar besorgen und es dann nach der passenden Methode verarbeiten. Es gibt unterschiedliches Kunsthaar und dementsprechend auch unterschiedliche Methoden.
Ich hatte damals gelocktes Kunsthaar aus dem Afro-Shop gekauft und habe es durch die Backcombing-Methode und Häkeln zu Dreads gemacht. Ich habe sie mir anschließend dauerhaft an meine Dreads gehäkelt und sie haben unverändert durchgehalten, bis ich mir die Haare schließlich abgeschnitten habe.
Diese Methode funktioniert jedoch nicht bei Kanekalon-Haar. Das ist hochwertiges Kunsthaar, das z.B. auch für Perücken verwendet wird. Um es zu dreadden wird es nur toupiert und dann eingedreht und durch ein Wasserdampfbad versiegelt. Erfahrungsberichten zufolge muss man sie nach einiger Zeit neu versiegeln, damit sie nicht aufgehen. Tolle Videos mit Anleitungen, wie man aus Kanekalon-Kunsthaar Dreads erstellen kann, gibt es auf Youtube.

11026248_936653199711209_8863726920118641711_o

Tolle selfmade Kunsthaardreads hergestellt von Wildchild Dreads

●◐○

Filzwolle: Sehr günstig, einfach in der Handhabung und langlebig sind Kunstdreads aus Filzwolle. Da sie stets weiterfilzen (und nicht wie z.B. Kunsthaar sich mit der Zeit auflösen) werden sie gerne zur dauerhaften Verlängerung eingesetzt. Der Nachteil ist allerdings, dass sie schlecht färbbar sind, da die Farbe unregelmäßig aufgesogen wird und man kein einheitliches Ergebnis erhält. Filzwolle gibt es aber in allen erdenklichen Farben, so dass man auf Farbe trotzdem nicht verzichten muss. Fertige Dreads aus Filzwolle kann man in diversen Dreadshops bestellen oder man macht sie selbst. Ich habe noch keine selbst hergestellt und kann über den Vorgang leider nichts schreiben, aber es gibt gute Anleitungen auf Youtube.
Gekaufte Filzdreads haben meist eine Schlaufe, durch die man den eigenen Dread ziehen kann. Um sie wieder entfernen zu können, knotet man den Filzdread anschließend einfach fest. Möchte man sie dauerhaft behalten, schneidet man die Schlaufe auf und häkelt oder näht es an die eigenen Dreads an. Bei selbstgemachten Filzdreads lässt man am Ansatz-Ende einfach ein paar Zentimeter unverfilzt.

saenna ganesha ja1

Zwischen den Dreads versteckt sich ein wunderschöner Filzdread =)

●◐○

Der Vollständigkeit wegen erwähne ich hier auch Dreadfalls, obwohl sie meistens nur von Menschen ohne Dreads verwendet werden. Aber auch als Dreadhead können Dreadfalls sehr praktisch sein, denn sie zaubern in wenigen Minuten mehr Volumen auf den Kopf.
Ein Dreadfall ist ein Haarband, Wolle oder großes Zopfgummi, an dem viele einzelne Dreads befestigt sind. Mit Hilfe des Haarbandes/der Wolle werden diese dann einfach am eigenen Kopf angebracht, z.B. um den eigenen Pferdeschwanz gewickelt.
Dreadfalls gibt es fertig in einigen Dreadshops zu bestellen oder man stellt sie selbst her. Hat man fertige Kunsthaar-Extensions mit Schlaufen, wie es bei Single- und Double-ended-Dreads der Fall ist, zieht man ein langes Stück Wolle durch alle enden. Anschließend wickelt man die Wolle mit den Dreads daran um den eigenen Zopf oder Dutt und verknotet die beiden Enden der Wolle miteinander. Ebenfalls sehr leicht herzustellen sind Dreadfalls aus Wolle, eine super Anleitung findet ihr auf Youtube von CiraLasVegas.

Wie kann man Verlängerungen wieder herausnehmen?
Manchmal reicht es schon, an der Verlängerung leicht zu reissen, manchmal muss die Schere her.
Zuerst sucht man die Stelle, wo der Übergang ist oder zumindest die, wo man ihn vermutet. Erstmal kann man versuchen, durch leichtes Ziehen und Reissen die Verlängerung zu lösen. Tut sich nichts, kann man die Übergänge mit Haarspülung einreiben, um alles geschmeidig zu machen. In ganz hartnäckigen Fällen würde ich sie etwas einwirken lassen, ausspülen und dann trocknen. Das Haar müsste dann sehr weich und besser zu lösen sein. Wer möchte, kann die Längen mit einer Schere unterhalb des Übergangs schon mal abschneiden, dass dürfte das Auftrennen etwas erleichtern.
Dann trennt man die Spitze oder eben den Übergang mit einer Pinzette, Gabel, Stil eines Stilkammes ect. vorsichtig auf. Zwischendurch immer etwas ziehen, dann müsste sich die Verlängerung irgendwann lösen.
Die Spitze des eigenen Dread sieht danach meist etwas wüst aus. Man kann die losen Haare entweder einhäkeln und hat dann geschlossene Spitzen, oder man kämmt die offenen Haare etwas durch, öffnet bei Bedarf den Dread noch etwas mehr, und hat dann offene Spitzen. Sollten die Spitzen sehr kraus sein und in alle Richtungen abstehen wollen, hilft ein Spritzer Haaröl, um sie wieder in Form zu bringen.

●◐○

3. Dreadpflege

Bevor man mit der Bearbeitung seiner soeben erworbenen Zotteln loslegen kann stellen sich dem frischgebackenem Dreadträger oft folgende Fragen: Was ist das beste für meine Dreads? Wie muss ich das denn machen? Und was brauche ich dafür? Erstmal muss das passende Werkzeug und eine gute Methode gefunden werden. Am besten, man probiert sich einfach mal durch alle Empfehlungen und findet selbst heraus, was den gewünschten Effekt hat und womit man gut zurechtkommt.Also, jetzt mal ganz von vorne…Zur Pflege für die Haarlängen gibt es folgende Utensilien:

Die Häkelnadel: Am beliebtsten bzw. bekanntesten ist wohl die Pflege mit der Häkelnadel. Dazu benötigt man ebendiese wahlweise mit der Stärke 0.6, 0.75 oder 1.0. Größer empfehle ich die Nadel nicht, weil durch einen großen Nadelkopf sonst kleine Löcher in de20151208_201629-1nadelnn Dreads entstehen können. Am Beliebtesten ist wohl die Stärke 0.75, die ist jedenfalls ganz oft ausverkauft =)
Erhältlich sind Häkelnadeln in Wollgeschäften, Bastelläden oder aber auch in manchen Drogerien, wie z.B. Müller. Wer eher dörflich wohnt wird auch im Internet fündig. Toll für längere Häkelsitzungen sind mit Fimo ummantelte Nadeln, der Griff ist breiter und durch das weiche Fimo etwas schonender zu den Fingern bei dauerhaftem Gebrauch. Diese kann man natürlich selber machen oder bei manchen Anbietern über Dawanda bestellen. Verschiedene Häkelmethoden folgen weiter unten im Post.

Die Filznadel: 2015-12-08 20.26.11häkelnadelBeim Thema Filznadeln scheiden sich die Geister. Die einen schwören darauf, dass die Filznadel sparsam dosiert Dreads wunderbar filzig macht und somit sehr hilfreich ist. Die anderen sagen stets Finger weg, denn der Dread wird zwar erst fester, doch auch dünner. Nach kurzer Zeit werden sie wieder weich, doch bleiben dünn.
Fakt ist, dass Filznadeln durch das Stochern im Dread nicht nur filzen, sondern auch die Haare im Dread kaputt reissen, vergleichbare Wirkung ist wie bei einer Säge. Und zu viel gerissenes Haar im Dread kann zum abreissen des Dreads führen. Ich persönlich rate davon ab, da ich das Ergebnis im Verhältnis zu diesem Risiko nicht gut genug finde – Preis/Leistung ist also nicht gegeben.

Wachs: Um Fusselhaare an die Dreads zu kleben wird gerne mit speziellem Dreadwachs oder auch Bienenwachs gearbeitet. Das sieht zwar erstmal ganz schick aus – ist aber nicht nur unnötig, sondern auch kontraproduktiv für den Filzvorgang. Im Wachs, egal in welchem, sind Pflegestoffe(Kokosöl, Vaseline…), die sich um die Dreads legen und die einzelnen Haare ummanteln. Durch diesen Mantel sind die Haare fettig, und fettiges Haar filzt schlecht. Nach kurzer Zeit stehen die Fusselhaare wieder ab, das Wachs hängt trotzdem noch im Dread und ist schwer wieder auszuwaschen – und somit oft auch Grund für muffigen Geruch im Haar.

Eine Gitarrensaite: Statt die Haare mit einer Häkelnadel einzuhäkeln kann man lose Haare auch mit einer Gitarrensaite zurück in den Dread befördern. Dazu schneidet man etwa 20cm einer Saite ab, knickt sie in der Mitte und klebt die beiden langen Seiten zusammen, so dass vorne eine etwa 4-5cm lange Schlaufe entsteht.

20151204_143751(0Saite)

Um sie besser zusammenzuhalten könnte man die beiden Enden durch das Plastikröhrchen eines Wattestäbchens führen und dahinter mit Gaffaband oder Ähnlichem zusammenkleben. So hat man einen praktischen Griff. Ich habe auch gelesen, dass man die beiden Enden zusammenlöten kann, das soll super halten. Wie auch immer man sich entscheidet, das Werkzeug ist dann fertig. Funktionieren tut das ganze dann in etwa so:

Die Saite wird mit Schlaufe voran durch den Dread geschoben, auf der anderen Saite steckt man die losen Haare durch die Schlaufe, dann zieht man die Saite wieder zurück aus dem Dread heraus – Fertig! Diese Methode ist sehr präzise, da wirklich nur die Haare mitgenommen werden, die man durch die Schlaufe steckt, anders wie bei der Häkelmethode, bei der man auch gerne mal ausversehen die losen Haare des Nebendread erwischen kann. Die Dreads sollen mit dieser Methode sehr schnell fusselfrei und fest werden. Ich finde, diese Methode klingt sehr effektiv, wobei ich mir persönlich nicht vorstellen kann, dass sie schneller funktioniert – ich werde es bald mal ausprobieren =) Schreibt mir doch eure Erfahrungsberichte, ich bin gespannt!

Kommen wir nun zu den Häkelmethoden zur Pflege der Längen: 

Mir bekannt sind drei Methoden, um lose Haare in Dreads zurückzubekommen und die Dreads fester zu machen:

1.Methode      

IMG_20150921_185540zappati

Ich hoffe, meine Zeichnungen sind selbsterklärend =)

2.Methode 20151206_131616-1-1häkelmethode

Vorsicht beim herausziehen der Nadel, sonst reisst man sich schnell die daran festhängenden Haare kaputt. Die Nadel am besten durch Drehbewegungen herausziehen, durch das Drehen der Nadel lösen sich hängengebliebene Haare von selbst und man muss sie nicht durchreissen.Durch diese Methode werden die Dreads schön fest, die Härchen bleiben lange in den Dreads und man hat meiner Erfahrung nach weniger Haarbruch, als mit der Stochermethode. Sie dauert zwar länger, ist jedoch etwas effektiver.

3. Die Stochermethode: 2015-12-06 13.36.05zappatihäkelDer Dread wird mit der einen Hand durch Daumen und Zeigefinger mit leichtem Druch festgehalten und mit der anderen Hand mit der Nadel im Dread herumgestochert, dabei den Dread immer leicht drehen, so dass nicht immer an der selben Stelle gestochert wird. Die Nadel am besten wie oben beschrieben herausdrehen, um Haarbruch zu vermeiden. Ich finde, dass bei dieser Methode viele Haare abbrechen und empfehle sie daher vor allem bei sehr trockenem oder dünnem Haar nicht.

Jetzt sind die Ansätze dran – Die nachwachsenden Haare filzen:
Wenn der Träger von Dreads keine Naturdreads(Wachsen lassen, wie sie wollen) möchte, sollte man die Ansätze von Zeit zu Zeit pflegen und nacharbeiten. Dazu gibt es verschiedene Methoden:

Die Tighten-Roots-Methode: Ein Dread wird am Ansatz etwa einen halben Zentimeter über der Kopfhaut zwischen Zeige- und Mittelfinger genommen (wie man eine Zigarette hält) und anschließend mit leichtem Druck auf der Kopfhaut in kreisenden Bewegungen (immer nur in eine Richtung) verfilzt. Nach 2-3 Minuten wird der Ansatz filzig. Danach kann der Ansatz bei Bedarf gehäkelt werden.
Tipps:
Bei einigen scheinen die Haare trotz gefühlt endlosem Rubbeln nicht filzen zu wollen. Als Hilfsmittelchen kann man zum Reiben einen Peeling-Handschuh überziehen oder eine Antirutschmatte verwenden. Noch einfacher, weil es jeder zu Hause hat: Man nimmt ein kleines, raues Handtuch oder einen Waschlappen zwischen Finger und Dread und reibt dann wie gewohnt auf der Kopfhaut.

Die Backcombing-Methode: Der Ansatz wird mit einem feinzinkigem Metallkamm toupiert und verfilzt dadurch. Danach kann der Ansatz bei Bedarf gehäkelt werden.

Die Durchzieh-Methode: Man zieht den Dread durch den eigenen Ansatz, in dem man möglichst seitlich des Ansatzes mit den Fingern ein kleines Loch freilegt und den Dread anschließend hindurch steckt. Bei mehrmaliger Anwendung dieser Methode immer die Seiten des Lochs zum Durchstecken wechseln. Vorsicht bei dicken Dreads: der Ansatz wird mit der Zeit durch diese Methode dünner. Es ist möglich, dass sie ein Dread bei dauerhafter Nutzung dieser Methode spaltet, also immer gut beobachten, wie es sich entwickelt.

Das Häkeln: Vor allem zu empfehlen, wenn viele Fusselhaare um den Dread sind, die vor dem Filzprozess wieder mit eingearbeitet werden sollen. Dabei die Häkelnadel durch den Ansatz schieben, lose Haare „einfangen“ und in den Dread ziehen. Nadel drinlassen, Dread etwas drehen und Häkelnadel wieder durchschieben, lose Haare einfangen usw.

Mit Haargummis/Schnur: Den Ansatz und die losen Haare mit einem kleinen Haargummi oder einer Schnur zusammenbinden, so dass alles zusammengefasst ist und 1-2 Wochen im Haar lassen. Der Ansatz wird dadurch fester. Anschließend herausnehmen und Häkeln. Vorsicht bei dicken Dreads: der Ansatz wird mit der Zeit durch diese Methode dünner.

Drehen+Stochermethode: Der Dread wird am Ansatz in sich gedreht, bis er sehr fest ist, dann wird er mit Daumen und Zeigefinger festgehalten und etwas zusammengedrückt. Anschließend wird mit einer Häkelnadel in dem Dread „herumgestochert“, bis alles fest ist und der Ansatz so bleibt.

Einige der Ansatzmethoden lassen sich auch gut miteinander kombinieren, z.B. die Tighten-Roots-Methode und anschließend die Stochermethode. Welche die „beste“ Methode ist hängt von der Haarstruktur des Trägers ab – das muss also jeder für sich selbst herausfinden 🙂

Allgemeine Fragen für „Problemzonen“:

Was tun bei dünnen Stellen?
Unregelmäßigkeiten, dünne Ansätze oder dünne Stellen in Dreads können prima mit Bürstenhaar von nicht- bedreaddeden Freunden ausgeglichen werden. Mit Bürstenhaar meine ich die losen Haare, die man nach dem Haare kämmen aus der Bürste ziehen kann. Man legt einen Büschel davon z.B. um eine dünne Stelle im Dread und häkelt die Haare mit ein. Man kann sie bei Bedarf vorher oder wenn sie festgehäkelt sind in der eigenen Farbe färben, da es ja Echthaar ist.
Selbstverständlich geht das auch mit Kunsthaar, das kann man allerdings nicht färben.
Wer beides nicht zur Hand hat und Wollverzierungen schick findet kann dünne Stellen mit Wolle umwickeln, bis die dünne Stelle wieder ausgeglichen ist.

Was tun, wenn die Ansätze zusammengewachsen sind?
Die Ansätze können in den meisten Fällen vorsichtig auseinandergerissen werden. Sollte das ganz und gar nicht funktionieren wollen kann man sie mit einer Haarschere auseinanderschneiden. Danach am besten die abgschnittenen Härchen wieder in die zugehörigen Dreads einhäckeln, dann stehen sie nicht ab, flutschen nicht raus und werden nicht zu dünnen Stellen.

Was tun bei zu dicken Dreads?
Manchmal passiert es, dass Dreads zu dick sind. Die Kopfhaut schimmert durch, man ist mit der Einteilung nicht zufrieden oder sie sind mit der Zeit einfach dicker geworden – die Gründe dafür sind vielfältig. Sollte man warum auch immer nicht zufrieden damit sein, muss man nicht damit leben, sondern man kann dicke Dreads teilen.
Wer es sehr natürlich mag, kann die Durchziehmethode zum Teilen wählen. Das heißt, dass man den Dread mittig durch den eigenen Ansatz steckt. Sobald der Ansatz lang genug nachgewachsen ist, steckt man den Dread wieder an der gleichen Stelle durch. Dies wiederholt man solange, bis sich der Dread auf natürlichem Wege spaltet. Diese Methode ist jedoch sehr langwirig und nur für Menschen mit viel Geduld ratsam.
Am schönsten wird das Ergebnis, wenn man den dicken Dread noch einmal aufkämmt (im Post „Fragen vor dem Dreadden“ beschrieben) und die losen Haare neu einteilt und zwei neue Dreads erstellt.
Sollte das nicht mehr möglich sein, kann man den Dread mit einer scharfen Haarschere mittig von unten nach oben durchschneiden und anschließend beide Dreads rund häkeln. Die Gefahr dabei ist, dass man sich verschneidet oder beide Dreads eine Kante haben, weil die Dreads das Rundhäkeln nicht mitmachen wollen. Aber auch das wäre nur eine Frage der Zeit, bis es wieder schön wird.
Wer sich unsicher ist, sollte dafür lieber zu einem Profi gehen.

Was tun, wenn ich meine Dreads schön gleichmäßig möchte?
Regelmäßig Palm-rollen bringt Dreads in Form und hält sie gleichmäßig. Palm-rollen heißt, den Dread von oben bis unten zwischen den beiden Handinnenflächen hin und her drehen, möglichst schnell und mit leichtem Druck. Das funktioniert bei manchen Köpfen auch ganz gut, wenn man verbogene Dreads nach dem Dutt-Tragen wieder ent-biegen möchte.

2. Dreads erstellen

Welche Einteilungen sind möglich?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die einzelnen Strähnen für die kommenden Dreads einzuteilen. Welches Muster es letztendlich werden soll hängt vom Geschmack des zukünftigen Trägers und dem Können des Erstellers ab.

 

20151204_143342

einfaches Schachbrettmuster

20151204_143105

versetztes Schachbrettmuster

20151204_143144

Routenmuster

20151204_143355

Wabenmuster

 

 

 

 

20151204_143326

am Scheitel orientiert

20151204_143156

Random eingeteilt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wer wenig oder dünnes Haar hat, wird in der Regel weniger Dreads bekommen, als bei einer dicken Mähne. Das bedeutet, dass die Kopfhaut zwischen den Dreads eher sichtbar sein wird. Um die Kopfhaut so gut wie möglich abzudecken sind meiner Meinung nach das Routen- oder das Wabenmuster besonders gut geeignet.

Welche Methoden zur Dreaderstellung gibt es?
Ich stelle hier nur drei Methoden vor, da diese die Bekanntesten sind und ich mich mit den anderen kein Stück auskenne =)

1. Die Backcombing-Methode: Mit der einen Hand hält man eine abgeteilte Strähne unten an der Spitze fest, mit der anderen Hand toupiert man die Strähne von der Spitze bis zum Haaransatz mit einem feinzinkigem Nissenkamm aus Metall. Anschließend wird die toupierte Strähne zwischen den beiden Handflächen hin und hergerollt, bis eine filzige Strähne entsteht. Das Reiben zwischen den Handflächen nennt man Palm-rolling. Wenn nötig kann man nun die Filzsträhnen mit einer Häkelnadel schön festhäkeln. Verschiedene Häkelmethoden erkläre ich im nächsten Post mit dem Thema „Dreadpflege“.

2. Die Twist&Rip-Methode/Strähnchen-Methode: Man nimmt eine abgeteilte Strähne und zwirbelt sie an der Spitze. Anschließend teilt man die Spitze in zwei Teile und zieht die Spitzen bis zum Ansatz auseinander. Wenn man möchte, kann man diese beiden Teile nun noch mal teilen. Anschließend schließt man die Spitze wieder und beginnt von vorne. Dieses Zwirbeln und Teilen macht man, bis die ganze Haarsträhne schön verfilzt ist.

3. Die Rubbel-Methode: Diese Methode unterscheidet sich von den anderen Methoden vor allem darin, dass man das Haar nicht bearbeitet und anschließend einen Kopf voller fertiger Dreads hat, sondern sie entstehen hier in einem langwierigen Prozess. Ein Vorteil ist, sie eignet sich besonders für kurzes Haar und ist ab ca. 5cm Haarlänge möglich. Trotzdem gilt auch hier: Je länger das Haar desto besser filzt es. Ein Nachteil ist, dass es bis zu einem Jahr dauern kann, bis man richtig verfilzte Dreads hat. Die Haare werden vor Beginn ordentlich strapaziert, z.B. durch das Waschen mit Kernseife oder durch Blondierung, dadurch werden sie trocken und filzen besser. Die Haare sollten nur im trockenen Zustand behandelt werden, sonst ziehen sich einzelne Haare wieder heraus. Nach der Vorbereitung geht es los: Man nimmt einen Waschlappen oder ein Handtuch und beginnt nun in kreisförmigen Bewegungen mit immer wieder verändertem Radius die Haare auf der Kopfhaut zu reiben. Genug „gerubbelt“ hat man schließlich, wenn die Haare leicht verfilzt vom Kopf abstehen. Nun kann man durch Palm-rolling wenn man möchte einzelne Dreads definieren, oder aber man lässt der Natur freien lauf. In den ersten 3-4 Wochen sollten die Haare täglich ca. 30 Minuten bearbeitet werden, danach sollte man es nach und nach reduzieren, um Abbrechen der Haare zu vermeiden.
Fettiges Haar filzt nicht, daher sollte man sich (zwar seltener als vorher, aber) regelmäßig das Haar mit Duschgel oder austrocknenden Shampoo waschen, z.B. Anti-Schuppen-Shampoo, Silber-Shampoo oder Tiefenreinigungsshampoo ohne Silikone. Nach dem Waschen das nasse Haar nur ausdrücken und abtupfen und nicht rubbeln, um die Verfilzungen nicht zu lösen.
Durch diese Methode kann man sehr feine und gleichmäßige Dreads erhalten, doch nicht jeder hat so viel Geduld für diese zeitintensive Behandlung.

Wann verfilzen Dreads richtig?
Nach dem Erstellen von Dreads sind diese noch lange nicht fertig. Man könnte eher sagen, der Grundstein ist gelegt und die Reise kann beginnen. Denn das Filzen ist leider nichts, was von heute auf morgen erledigt werden kann, sondern ein Prozess. Je nach Haartyp, Pflege, Waschroutine etc. brauchen Dreads etwa ein halbes bis ein Jahr, bis sie schön fest verfilzt sind.

Die Spitzen
Man kann die Spitzen der Dreads entweder offen lassen, oder man häkelt die Haare der Spitzen mit ein, so erhält man geschlossene Spitzen. Wofür man sich entscheidet ist reine Geschmackssache und natürlich dem Träger überlassen. Wer sich unsicher ist, sollte die Spitzen lieber erstmal offen lassen, im Nachhinein können sie schließlich immer noch geschlossen werden =) Es geht natürlich auch andersrum, auch Spitzen lassen sich nachträglich öffnen, jedoch ist das dann natürlich zeitintensiver. Wer geschlossene Spitzen möchte sitzt länger beim Erstellen der Dreads, da das Einhäkeln der Spitzen natürlich viel mehr Zeit in Anspruch nimmt, als sie einfach offen zu lassen.

20151206_145857

Geschlossene Spitzen

20151206_145849

Offene Spitzen