1. Fragen vor dem Dreadden

20151204_14400zappai1

Wie bekomme ich Dreads?
Von Friseuren über Privatpersonen bis hin zum selber machen ist alles möglich. Ich kenne (zwar wenige) Friseure, die neben dem ganz „normalen“ Betrieb auch Dreads herstellen. Auch gibt es spezielle Shops, die sich auf die Herstellung und Pflege von Dreads für europäisches Haar spezialisiert haben und auch nur das anbieten. Diese haben zum Teil einen festen Standort, teilweise sind sie aber auch online zu finden und es wird via E-Mail-Kontakt ausgemacht, wer einem wann und wo die Haare macht. Am Bekanntesten für die Herstellung von Dreads sind immer noch s.g. Afro-Shops, von denen ich aber abrate, da deren Methoden in den wenigsten Fällen für europäisches Haar geeignet sind.
Es gibt auch viele Privatpersonen, die Dreads neu erstellen oder bei der Pflege helfen; Angebote kann man auf ebay-Kleinanzeigen, in Dreadforen oder speziellen Gruppen z.B. auf Facebook finden.
Ich habe auch von einigen gehört, die sich mit Hilfe von Anleitungen oder Youtube-Tutorials das Dreadden selbst beigebracht haben und alleine oder mit Hilfe von Freunden nach und nach selbst ihren Kopf bearbeitet haben.

Was kostet die Erstellung von Dreads?
Sich professionell Dreads erstellen zu lassen ist – wer hätte es gedacht – die teuerste Variante. Der Preis wird von Shop zu Shop unterschiedlich entweder als Festpreis oder nach Arbeitsstunden festgelegt. Was mir bisher so zu Ohren kam liegt der Stundenlohn hier zwischen 20-25€. Je nach Haarlänge, Haarstruktur und Wünschen kann man insgesamt also preislich zwischen 150-und 450€ liegen.
Privatpersonen bieten ihre Künste je nach Schnelligkeit und Können oft für einen Stundenlohn zwischen 7-15€ oder auch gegen Tauschware an.

Gibt es eine Mindesthaarlänge für Dreads?
Wenn man sich dünne Dreads wünscht, kann man ab einer Haarlänge von 7-8cm anfangen.
Möchte man dickere Dreads haben, sollten die Haare 12-15cm lang sein.
Man muss sich bewusst sein: man verliert durch das Dreadden in der Regel etwa 20% der Haarlänge und je dicker die Dreads sind, desto kürzer werden sie.

Kann man sich auf Dreads vorbereiten?
Kaputtes, trockenes Haar lässt sich in der Regel schneller dreadden, da es durch die aufgeraute Struktur einfacher verfilzt als gesundes Haar mit glatter Oberfläche. Schnelleres Dreadden bedeutet natürlich, dass man weniger Zeit braucht und dadurch oft weniger bezahlen muss. Daher ist es manchmal ganz sinnvoll, das Haar etwas vorzubereiten.
Wer nicht schon sowieso kaputtes Haar hat z.B. durch häufiges Haarefärben oder Blondieren kann sich 1-2mal vor dem Dreadden die Haare mit Kernseife waschen. Dazu das Seifenstück in der Hand oder an einem Duschschwamm reiben und nur den Schaum nutzen, dann bleiben keine Seifenreste im Haar zurück. Wer empfindliche Kopfhaut hat, sollte diese allerdings nicht oder nur in den Längen verwenden, da Kernseife zu aggressiv wirken könnte. Dann kann man die Haare mit silikonfreiem Shampoo oder auch nur mit Duschgel waschen, um das Haar auszutrocknen.
Wenn man seine Haar sowieso blondieren möchte, kann das am besten auch vor dem Dreadden machen.
Wer schon kaputtes Haar hat, sollte es nicht absichtlich weiter schädigen, denn die einzelnen Haare könnten beim Erstellen der Dreads abbrechen.
Wenn man einen sehr stufigen Haarschnitt hat muss man damit rechnen, dass die Dreads in den Spitzen um einiges dünner sein werden, als oben am Ansatz. Wer das nicht möchte, kann die Dreads in den Längen mit Echt- oder Kunsthaar nach dem Dreadden verdicken, oder man schneidet sich die Haare vor dem Erstellen der Dreads auf eine einheitliche Länge.
Die Haare sollten am Abend oder am selben Tag vor dem Dreadden frisch gewaschen werden, da fettiges Haar sehr schlecht filzt. Zum Erstellen müssen die Haare jedoch gut durchgetrocknet sein, denn feuchtes Haar reisst leichter als Trockenes.

Kann man Dreads wieder auskämmen?
Ja, das kann man. Bei jungen Dreads ist es noch relativ einfach, bei bereits sehr verfilzten Dreads wird es etwas aufwendiger und der Haarverlust eventuell etwas größer.
Und wie geht das?
Man benötigt viel Haarspülung oder Öl wie z.B. Olivenöl, einen feinen Kamm(Stielkamm, Nissenkamm) und unendlich viel Geduld. Auskämmen funktioniert am besten im trockenen Haar, im nassen reissen die Haare. Man beginnt, indem man einen Dreadlock von oben bis unten mit Öl oder einem Conditioner schön flutschig macht. Am besten lässt man das ganze etwas einwirken, damit es auch ins innere des Dreads gelangen kann. Anschließend fängt man an der Spitze des Dreads an, mit dem Stiel eines Stielkammes oder mit einem feinzinkigen Nissenkamm die Haare zu entknoten und aufzukämmen. So arbeitet man sich Stück für Stück hoch zum Ansatz. Immer gut nachölen, damit nichts abbricht und der Kamm so gut wie möglich durchs Haar gleiten kann. Natürlich werden trotzdem Haare abbrechen, man muss mindestens mit einem Drittel Verlust rechnen.

Dreads trotz Geheimratsecken?
Geheimratsecken lassen sich schlecht verstecken – ob mit oder ohne Dreads. Es gibt viele Beispiele von Menschen mit Geheimratsecken, die trotzdem Dreads haben und die fantastisch mit ihrer neuen Frisur aussehen! Fragt in Foren und Gruppen nach Bilder, diese können euch Mut machen und bei der Entscheidung helfen!

Advertisements

2 Gedanken zu “1. Fragen vor dem Dreadden

  1. Meine Erfahrungen zu der Frage:
    Was kostet die Erstellung von Dreads?

    Gleich vorweg ich hab sie professionell erstellen lassen. Eine gute Anlaufstelle ist hier die Dreadfactory. Es gibt viele Standorte in Deutschland, somit sind sie gut erreichbar. Meine Dreadderin ist aus Süddeutschland und sie hatte einen Festpreis von 300 € für fünf bis zu acht Stunden. Sie hat fünf Jahre Erfahrung, macht das Hauptberuflich und hat sehr genau gearbeitet.
    Wenn ein zweiter Dreadtag notwendig wird zahlt man hier weniger. Nebenbei erhält du tolle Gespräche und nette tierische Gesellschaft. Es besteht bei vielen auch die Möglichkeit einer günstigen Übernachtung mit Verpflegung.
    Fast vergessen:
    Sie hat geduldig meine locker
    20 E-Mails mit unzähligen Fragen beantwortet.

    Mein Fazit:
    Sehr gutes Ergebnis für teures Geld. Wer die perfekten Dreads sucht und den der Preis nicht abschreckt, für denjenigen eine klare Empfehlung.

    Ich habe sehr dickes Haar, 100 Dreads mit Extensions und gedauert hat es 2,5 Tage (einen Tag Extensions erstellen). Der Preis bewanderte sich bei mir bei über 1000 Euro (Echthaar, Extensions erstellen, Dreadden, Verpflegung, Fahrtkosten, Zusatzkosten).

    Trotz klasse Arbeit empfehle ich eher Hobby-Experten (wie oben beschrieben sind sie deutlich günstiger). Und bitte mit europäischen Haar nicht in den Afroshop begeben, dann lieber selber machen.

    Viel Erfolg mit deinen Dreads!

    Gefällt mir

  2. Also ich habe sehr gute Erfahrungen mit Kathi von http://www.dreadmacherei.de gehabt… bzw. ich mache sie ja immer noch. Sie hat das notwendige Feingefühl für das Wesentliche, nämlich die Haare nicht kaputt zu häkeln. Sie geht durchdacht ans Werk und weiß sehr genau, wie z.B. eine gute Einteilung zu einem Dreadschopf führt, der danach auch gut fällt und natürlich aussieht. Aber auch die DreadFactory hat bei mir eine wichtige Rolle gespielt, denn von ihnen habe ich meine Extensions. Summarum bin ich auf 900 Euro gekommen. Hört sich viel an, aber professionell gemacht und mit europäischem Echthaar, auf das man sich, durch die gute Qualität, verlassen kann, bereut man diese Invenstition nicht. Ich bin eher heilfroh, es so entschieden zu haben. Denn eine Abweichung von allem bereitet sofort viel mehr Arbeit, um die Fehler oder mindere Qualität wieder aufzufangen. Und Arbeit machen die Dreads eh für ein gutes Jahr… Nach einem Jahr sind sie gut verfilzt und man braucht nicht mehr so intensiv hinterher sein und zu häkeln.
    Kathi kommt, seit der Erstellung, alle 2-3 Monate zu mir, um die Ansätze zu machen und um die Würmchen durchzuhäkeln, sodass sie wieder gleichmäßig sind. Ich häkle ebenfalls ständig dran herum. Nur so gewährleistet man, dass die Dreads ordentlich bleiben und letztendlich gut verfilzen.
    Kathi war bei mir 2 Tage für die Ersterstellung am Werk – mit Hin- und Rückfahrt sind knappe 460 Euro in Ordnung. Sie ist aber auch nur für mich über 600 km gefahren. Ansonsten versucht sie im Umkreis mehrere Termine zu vereinbaren, damit die Fahrtkosten geteilt werden können. Damit wird auch ein Erstellungsprozess erschwinglicher. Ich konnte es nicht auf einen Gemeinschaftstermin setzen, weil ich keine Zeit hatte.
    Vorteil, das Kathi zu mir kommt… ich bleibe in meiner vertrauten Umgebung, muss mich nicht selbst noch loseisen und ich muss mich auch nicht auf Umstände einstellen, die mir womöglich nicht zusagen. Für alle Rollstuhlfahrer unter euch, es ist einfach praktisch und einfach mit einem Zuhausetermin.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s