5. Dreads waschen

20160310_220759mitrand

Die Auswahl an Pflegeprodukten ist auch für Dreads sehr groß

Wie oft sollte ich meine Dreads waschen?

Zum Thema Dreads waschen gibt es sehr viele unterschiedliche Meinungen. Die einen waschen ihre Dreads alle 1-2 Tage, die anderen alle 1-3 Wochen, und wieder andere alle 1-2 Monate. Ich habe auch schon von einem Menschen gelesen, der seine Dreads einmal pro Jahr wäscht. Letztendlich ist dies eine sehr individuelle Frage und bleibt dem eigenen Gefühl überlassen. Wie oft man seine Dreads waschen sollte ist z.B. abhängig von der Kopfhaut, wie schnell sie fettet, ob Schuppen entstehen, die Kopfhaut juckt…und dem Geruch in den Längen (oftmals nehmen Dreads schnell Gerüche auf). Es gibt auch einige Mittelchen mit denen man das Waschen etwas hinauszögern kann, z.B. Birkenwasser auf die Kopfhaut träufeln, wenn das Haar noch nicht fettig ist, die Kopfhaut aber spannt und juckt oder Wasser in eine Sprühflasche geben und ein paar Tropfen ätherischer Öle hinzufügen – super als kleiner Frischekick zwischendurch. Mit der Zeit erhält man ein Gefühl dafür, wann der nächste Waschgang notwendig ist.

Oft wird einem gesagt, man solle nach dem Erstellen von Dreads ein paar Wochen warten, bevor man sich das erste Mal wieder die Haare wäscht. Das ist allerdings nicht zwingend notwendig! Es wird gesagt, je länger man mit dem Waschen wartet, desto besser können die Dreads in Ruhe filzen. Ja und Nein. Ich würde zwar schon sagen, dass es für den Filzprozess förderlich ist, die Dreads erstmal in Ruhe zu lassen (auch ohne Waschen). Allerdings kann man nicht pauschal sagen, wie lange dieser Zeitraum sein sollte. Denn wer zu lange wartet bekommt fettiges Haar, und fettendes Haar filzt schlecht. Außerdem sind die Konzequenzen bei zu frühem Waschen nicht wirklich tragisch: Eventuell muss man die frischen Dreads schneller nachbearbeiten, sprich Nachhäkeln. Doch lieber ein bisschen mehr Arbeit, als permanent mit schlechtem Gefühl herumzulaufen. Denn grade am Anfang spannt die Kopfhaut besonders und Waschen kann helfen, sie zu beruhigen. Wenn man allerdings die Abstände zwischen den Haarwäschen jedes mal ein bisschen vergrößert, werden sich die Haare mit der Zeit daran gewöhnen, weniger als vor dem Dreadden gewaschen zu werden, und werden dadurch nach und nach immer weniger schnell fettig.

●◐○

Die Qual der Wahl: Womit kann gewaschen werden?

Je nach Belieben und Haarstruktur wird gerne eingesetzt:

Duschgel: sehr vorteilhaft, da es reinigt, schonend zur Kopfhaut ist, ohne Pflegesubstanzen für das Haar ist und man sich den Geruch selbst aussuchen kann =) Duschgel beschleunigt jedoch nicht den Filzvorgang

Totes-Meer-Shampoo & Teebaumöl-Shampoo: trocknet das Haar aus und ist somit gut für den Filzvorgang, sehr schonend zur Kopfhaut, lindert Spannungen und Juckreiz auf der Kopfhaut, der Geruch ist allerdings für viele unangenehm. Viele schwören auf das BIG-Shampoo von Lush, das riecht weniger nach Salz, dafür aber meiner Meinung nach sehr parfümiert. 

Head&Shoulders-Shampoo: beseitigt effektiv Schuppen, pflegt das Haar und ist daher meiner Meinung nach in der Anfangszeit nicht zu empfehlen, für diese Marke werden Tierversuche gemacht, was für viele Dreadheads ein Gegenargument ist

Beliebiges Shampoo mit und ohne Silikone: es pflegt das Haar, daher für die Anfangszeit nicht zu empfehlen, für viele aber später wieder eine Option

Kernseife bzw. für Veganer Olivenseife: beschleunigt den Filzprozess, reinigt effektiv, kann bei zu häufigem Gebrauch die Haare zu sehr austrocken und dadurch Haarbruch begünstigen,  einige berichten von juckender Kopfhaut nach Benutzung von Seife, bei falscher Anwendung können Seifenstücke im Haar zurückbleiben

Spezielles Dread-Shampoo: schonend zur Kopfhaut, schonend zu den Dreads, oftmals sehr teuer, laut einigen Aussagen „auch nicht besser, als andere Shampoos“

Lavaerde/Rhassoulpaste: schonend zur Kopfhaut, auf natürlicher Basis – keine Chemie, begünstigt den Filzprozess, muss sehr gut ausgewaschen werden, sonst potentielle Rückstände, viele berichten davon, dass der Ansatz weniger schnell nachfettet, vielen fehlt allerdings das „Wasch-Gefühl“, da es nicht schäumt und erdig riecht.=)

Selbstgemachte Shampoos: auf Natronbasis, Rezepte folgen bald – ich bin zur Zeit fleißig am ausprobieren und tüfteln 🙂

Bewährt hat sich bei vielen auch mehrere Sachen miteinander zu kombinieren, z.B. etwas Entfettendes für den Ansatz und für die Längen etwas Austrocknendes.

●◐○

20160310_222332rahmen

Wie kann ich sie am besten waschen?

Ein fluffiger Badeschwamm ist bestens dafür geeignet, aus Shampoo, Duschgel, einem Stück Seife ect. voluminösen Schaum herzustellen. Dafür eine kleine Menge auf den nassen Schwamm geben und gut zwischen den Handflächen hin- und herkneten. Den Schaum anschließend ausgiebig auf den nassen Dreads verteilen, entweder mit den Händen oder direkt mit dem Schwamm. Kurz einwirken lassen und gut ausspülen.Vor allem bei festen Seifenstücken eignet sich diese Methode, um Seifenreste in den Dreads vorzubeugen.

Einige schwören darauf, den Vorgang zu wiederholen, meiner Meinung nach ist das nicht nötig.

●◐○

Tipps & Tricks:

  • Gegen juckende und spannende Kopfhaut hilft meist schon waschen. Sind die Haare jedoch noch nicht fettig, können folgende Mittel Linderung verschaffen: Birkenwasser, Klettwurzelöl, Wasser und ein paar Tropfen Teebaumöl mit Hilfe einer Sprühflasche auf der Kopfhaut verteilen, SOS Kopfhaut-Fluid (von Salthouse). Direkt nach dem Waschen können eine Essigrinse(9:1 Wasser und Essig) oder ein Sud aus Kamillentee über die Kopfhaut gegossen werden, um die Kopfhaut zu beruhigen und Juckreiz vorzubeugen.
  • Um den Filzvorgang auch beim Waschen zu beschleunigen können die Dreads nach dem Einseifen statt mit klarem Wasser mit Salzwasser ausgespült werden. Dafür vor dem Waschen Meersalz in 1-2 Liter heißem Wasser auflösen und abkühlen lassen.
  • Haarkur“ für Dreads: Um den Filzvorgang zu beschleunigen kann ab und an eine Kieselerde-Kur gemacht werden. Dafür Kieselerdepulver (aus der Drogerie) mit Wasser vermengen und in die Dreads eimassieren. Wichtig ist, die Masse richtig gut auszuspülen, sonst fühlt sich das Haar stumpf an und Rückstände können sich festsetzen. Vorsicht vor allem bei trockenem Haar – die Kieselerde trocknet extrem aus und die Haare können brechen! Ich persönlich bin überhaupt kein Fan von Kieselerde, da es meine Extensions so sehr ausgetrocknet hat, dass sie nun nach und nach ihre Spitzen verlieren. Außerdem wirken meine Haare danach strohig und glanzlos.
  • Für alle Blondinen unter uns: Silbershampoos frischen nicht nur die Farbe auf, sonder trockenen das Haar gleichzeitig wunderbar aus!
  • Frischekick für die Längen: zwischendurch mit Parfüm einsprühen oder Wasser mit ein paar Tropfen des Lieblings- ätherischen-Öls in einer Sprühflasche vermischen und in die Längen sprühen. Es gibt bei dm mittlerweile sogar ein „Haarparfüm“, welches man sich einfach in die Dreads sprühen kann und einen blumigen Geruch hinterlässt.
  • Salzspray: um den Filzprozess zu beschleunigen kann man es zwischendurch auf die Ansätze sprühen, oder aber auch in die Längen, um den Geruch der Dreads zwischendurch wieder etwas aufzufrischen
  • Tiefenreinigung: Ab und an kann man seinen Dreads auch mal eine Tiefenreinigung gönnen. Dazu gibt es silikonfreie Shampoos aus der Drogerie, oder man macht sie ganz einfach selbst. Dazu gibt es viele tolle Rezepte, ich bin gerade noch am testen und werde euch bald mein Favourite-Rezept vorstellen
  • Sehr trockene Dreads: Bei sehr trockenen und blondierten Dreads sind auch mal normale Spülungen oder Haarkuren in den Längen erlaubt, um potentiellem Abbrechen vorzubeugen. Wirds gefährlich und sie Spitzen drohen bereits abzubrechen, kann man seine Längen ein paar Stunden vor dem Waschen mit Kokosöl einreiben. Ich benutze für meine sehr trockenen Spitzen auch normales Shampoo und nutze nach dem Waschen sogar eine Leave-In-Haarkur.

 

 

Advertisements

Ein Gedanke zu “5. Dreads waschen

  1. Ganz toll und detailliert beschrieben. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Außer Veganer und Vegetarier. Die kommen mit den Shampoos nicht klar. Aber im Naturkostladen gibt es eine Menge Shampoos, die auch frei von Gycerin und Silikonen sind. Das Organicum Shampoo ist z.B. vegan und silikon- sowie glycerinfrei. Besonders spannend, wenn man das Shampoo verdünnt… sollte man ja eh wegen den Seifenrückständen und die Verdünnung aus hochkonzentriertem Salzwasser besteht. Das trocknen aus aber pflegt trotzdem noch genügend durch das Shampoo.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s