7. Dreads blondieren

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Beim Blondieren von Dreads gilt im Prinzip das Gleiche wie bei offenem Haar: Es ist sparsam und mit Vorsicht zu genießen. Blondierung schädigt das Haar sehr; sie macht es trocken und spröde. Diese Eigenschaften sind im kleinen Maß ganz gut für Dreads und deren Filzprozess. Wer keine Probleme mit zu trockenen Haaren hat, braucht auch nicht allzu vorsichtig beim Blondieren sein. Man sollte dann den Prozess nur nicht zu häufig wiederholen und die Haarstruktur gut im Blick behalten.

Wer allerdings bereits trockeneres Haar hat, sollte vorsichtig sein. Da die Aufhellung sehr austrocknet, können die Haare schnell abbrechen. Bei Dreads kann dieses Abbrechen einzelner Haare dazu führen, dass sich ganze Dreads auflösen, da sie innerlich zerfallen und schließlich am Ansatz abreißen. Das ist natürlich nur der „Worst Case“. Um dies zu vermeiden, kann man einige Punkte beherzigen:

  • Haare und Struktur gut beobachten, sind sie eher trocken, brechen Spitzen ab ect. – sollte dies der Fall sein, besser verzichten. Um Austrocknen zu verhindern hilft reichhaltige Pflege (Kokosöl, Haarkuren, Waschen mit pflegendem Shampoo)
  • Beim Nachfärben von bereits blonden Haaren die Blondierung nur in die Ansätze geben, die Längen schonen
  • Blondierung mit wenig Prozent nutzen, dies schädigt weniger als Hochprozentige (Erhältlich im Friseurbedarfsladen, Anleitung kann dort gegeben werden)
  • Vorgegebene Einwirkzeit nicht überschreiten
  • Blondierung besonders gut ausspülen
  • Blondierung nach dem Auswaschen absäuern, um den Aufhellungsprozess zu stoppen. Säuert man das Haar nicht ab, blondieren die Ablagerungsstoffe das Haar unmerklich weiter, d.h., die Haare hellen zwar nicht weiter auf, werden aber geschädigt. Zum Absäuern wird eine Haarkur mitgeliefert – wer diese aufgrund pflegender Inhaltsstoffe für seine Dreads nicht verwenden mag spült das Haar mit einer Essigrinse gut durch (zum Beispiel 9:1 Wasser und Apfelessig gemischt) Ich mache zur Sicherheit immer beides. Ich kann mir vorstellen, dass die zähflüssige Kur bestimmt nicht bis ins innere des Dreads vordringt, daher hänge ich die ausgespülten Haare erstmal 1-2 Minuten in ein Essigbad. Die Dreads saugen sich gut mit der Absäuerung voll und danach gibts für den besseren Geruch noch die beigelegte Spülung. Mit dieser Methode behandle ich seit Jahren meine Haare mit Erfolg =)

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Eigene Erfahrungen:

Wenn man eine dunklere Haarfarbe hat, z.B. dunkles braun, empfehle ich, die Dreads lieber zweimal mit 3-6% Blondierung vom Friseurbedarfsladen zu behandeln. Die Aufhellung erfolgt über mehrere Nuancen: von dunkelbraun über hellbraun über orange bis blond. Bei zweimaligem Blondieren ist die Chance hoch, ein schönes blond zu bekommen statt ein knalliges Orange =) Durch das Verwenden von wenig prozentiger Blondierung ist der Prozess dennoch halbwegs schonend.

Bei mittelblonden bis blondem Haar wird eine einmalige Blondierung mit 9-12% Blondierung oder Drogerieblondierung bis zu 8 Nuancen reichen. Ist das Haar allerdings schon sehr angegriffen, würde ich die oben genannte Methode empfehlen.

Um von der Farbe Rot auf Blond zu kommen rate ich dringend den Gang zum Friseur! Ich bin zwar ein großer Fan vom selbst färben, doch dieser Schritt hat mich nun schon zwei mal in den Wahnsinn getrieben… Das ist zwar etwas kostspieligrggger als Drogeriefarbe, jedoch auch wesentlich effektiver. In meinem Fall habe ich viel Geld für Blondierung ausgegeben und danach nochmal genauso viel beim Profi. Ergo hätte ich auch gleich dorthin gehen können =) Rotpigmente sind schwer aus dem Haar zu bekommen und grade bei Dreads wird das Ergebnis oft nicht nur Orange, sondern auch noch fleckig. Das Foto ist nach zwei Selbstversuchen entstanden – blonder Ansatz, knallorange Längen. Die Friseurin hat mir erstmal einen mittleren Aschton gefärbt, womit ich es einige Monate aushalten musste. Anschließend hat sie zweimal mit wenig Prozent blondiert und ich war happy mit hellem Blond.

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Noch mehr Tipps zum blondieren:

Wer dickes Haar hat benötigt für die Behandlung von Dreads ungefähr die doppelte Menge Blondierung als für einen Kopf ohne Dreads – auch für die Ansatzbehandlung. Man muss eben doch mehr Masse in die Dreads einmassieren, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erhalten. Ich musste selbst erleben, wie ärgerlich es ist, nach der ganzen Prozedur einen großen Kreis mit dunklen Ansätzen am Hinterkopf zu haben weil einem plötzlich die Farbe ausgeht =)

Bitte kein Blondspray verwenden! Das Spray bleibt bis zur nächsten Wäsche in den Haaren haften und oxydiert bis dahin fröhlich vor sich hin. Das schädigt das Haar enorm, und doch ist das Ergebnis oft wenig sichtbar oder wird fleckig.

Sollte das Haar nach dem Blondieren gelbstichig sein, kann ein Waschgang mit Silbershampoo Abhilfe schaffen. Das gibt es z.B. günstig von SwissOpar oder teuer von Loreal. Es ist dunkelblau/lila, aber keine Sorge, die Farbe wäscht sich mit Wasser vollständig wieder heraus. Dunkelblau ist die Konträrfarbe zu Orange/Gelb und erzielt somit den Effekt, gelbstichiges Haar zu neutralisieren. Meiner Erfahrung nach funktioniert das wunderbar und kann beliebig oft wiederholt werden. Für einen sehr kühlen Blondton lasse ich das Silbershampoo eine halbe Stunde einwirken – klappt prima!

Sollte Silbershampoo nicht wirken, kann man versuchen, das Ergebnis mit der Silberspülung namens Fan auszugleichen. Sie wirkt ähnlich wie das Silbershampoo, ist allerdings die hochkonzentrierte Form und das Ergebnis soll angeblich länger halten. Eigene Erfahrungen habe ich damit noch nicht gesammelt, habe aber viel positives davon gelesen und gehört.

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Puh, das war ein langer Post! Falls ihr noch Fragen habt, schreibt mich gerne an =) aber jetzt erst mal viel Erfolg beim Ausprobieren!

dutt

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