Heilerde gegen Hautprobleme

Hautprobleme…dabei denken viele erstmal an Pickel und an Pubertät. Und sie liegen damit nicht falsch, denn in dieser Zeit beginnt alles mit fiesen Pickeln, die einem das Leben unnötig erschweren. Doch leider zählen zu Problemen rund um die Gesichtshaut noch mehr gemeine Störenfriede: Mitesser, große Poren, Pickelnarben, rote Flecken, schuppige, juckende oder zu fettige Haut sind in der langen Liste wohl die Bekanntesten. Und leider wollen diese nicht mit der Pubertät verschwinden, sondern schleichen sich sogar manchmal erst nach diesen Jahren langsam ins Leben.

Ich möchte euch heute einen wunderbaren Problemlöser direkt aus der Natur vorstellen: die Heilerde.

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Als Beispiel die Heilerde von Luvos

Nicht zu verwechseln mit herkömmlicher Blumenerde wird Heilerde aus bestimmten Erdschichten abgebaut, z.B. Lehm, Löss oder Ton. Die Erde wird sonnengetrocknet und winzige mineralische Partikel werden gewonnen. Je nach verwendetem Material erhält man ein feines bis leicht grobkörniges Pulver, das je nach Erde und Verarbeitetung meist ocker, grün oder braun ist.
Die Heilerde kann man als loses Pulver oder als bereits fertig angerührte Paste kaufen. Das Pulver rührt man selbst mit Wasser an. Ich empfehle gerne das Pulver, da man die Konsistenz selbst bestimmen kann und man noch sicherer sein kann, das man weiß, was drin ist. Außerdem kann man statt Wasser andere kleine Beautyhelfer verwenden, doch dazu komme ich später noch ッ

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Aber jetzt komme ich mal zum Punkt: Wie wendet man Heilerde an und was tut sie eigentlich?
Um Hautunreinheiten zu beseitigen oder aber auch um ihnen vorzubeugen verwendet man die Heilerde als Maske. Sie kann bei akuten Problemen 2-3xwöchtentlich angewendet werden, zur Vorbeugung reicht 1xwöchentlich oder auch nur alle zwei Wochen. Dabei wird das Pulver mit etwas Wasser zu einer cremigen Paste angerührt und gleichmäßig etwa messerdick im Gesicht aufgetragen. Augen- und Mundpartie lässt man natürlich aus. Anschließend sieht man aus wie ein Sumpfmonster, doch die Maske beginnt schnell zu trocknen, die Farbe wird heller und die Maske rissig. Nach etwa 15-20 Minuten ist alles getrocknet und kann mit Wasser abgenommen werden. Auf einigen Packungen steht, man könne die Maske für den Peeling-Effekt ohne Wasser einfach abrubbeln. Das empfehle ich allerdings nicht, denn ich finde diesen Effekt für die zarte Gesichtshaut als viel zu grob. Den Peeling-Effekt gibt es aber trotzdem, denn schon beim Verteilen der Maske im Gesicht nimmt die feinkörnige Paste abgestorbene Hautzellen mit und regt die Durchblutung an. Auch beim Abnehmen der Maske mit Wasser verreibt man die Paste leicht, so dass der Effekt zustande kommt.

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Die Wirkung der Heilerde-Maske kann man sich wie Löschpapier oder einen Saugschwamm vorstellen. Stoffwechselprodukte, Talg, Bakterien und sonstige schädliche Stoffe werden durch die Mineralien aus der Haut aufgenommen und gebunden. Sie ist also absorbierend, antibakteriell und dadurch entzündungshemmend. Zudem wirkt sie basisch und füllt die Haut wieder mit wichtigen Mineralstoffen auf, für mehr Elasthizität und Feuchtigkeit in der Haut.
Ihre Eigenschaften neben der porentiefen Reinigung sind außerdem schmerzlindernd, abschwellend, juckreizlindernd und durchblutungsfördernd.

Also zusammengefasst kann man sagen, dass sich die Heilerde auf fast alles positiv auswirken kann, vom Mückenstich und Sonnenbrand über Pickel bishin zur Feuchtigkeitsspende. Und der allergrößte Vorteil an diesem Produkt: Sollte die helfende Wirkung bei dem ein oder anderen ausbleiben, ist das zwar schade, aber es gibt auf keinen Fall negative Auswirkungen. Man kann also nichts falsch machen, wenn man es einfach mal ausprobiert. Und sollte die Maske nicht helfen, einen frischen und rosigen Teint zaubert sie in jedem Fall ッ
Es kann vorkommen, dass man nach der ersten Maske eine Verschlechterung der Haut empfindet, z.B. zwei Pickel mehr als am Vortag. Das liegt daran, dass die Heilerde alles, was in der Haut an Übeltätern steckt, an die Oberfläche zieht. Das wären also Pickel, die sowieso gekommen wären, nur kommen sie durch die Maske schneller ans Tageslicht. Also keine Sorge, an der Heilerde liegt es nicht, und schon bald kann sich eine Verbesserung zeigen.

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Heilerde aus Bad Sobernheim

Zuletzt noch ein paar kleine Tipps & Tricks für die Anwendung. Wie bereits erwähnt kann man das Heilerde-Pulver statt mit Wasser mit anderen Sachen anmischen. Ich verwende immer reines Rosenwasser, da es sich ebenfalls positiv auf das Hautbild auswirkt. Es hat eine desinfizierende Wirkung und zieht die Poren zusammen. was z.B. sehr zu empfehlen ist bei Pickelnarben.

Wer die Wirkung der Heilerde noch optimieren möchte macht vor der Maske ein etwa 10-15-minütiges Gesichtsdampfbad. Dazu kochendes Wasser in eine Schale geben und den Kopf mit einem großen Handtuch bedeckt über das dampfende Wasser halten. Der heiße Dampf öffnet die Poren und erleichtert der Heilerde die Arbeit. Ich lege außerdem noch immer zwei Beutel Kamillentee mit ins Wasser, da Kamille beruhigend und zusätzlich antibakteriell wirkt.

Hat man sehr trockene, schuppige Haut oder sogar Neurodermitis, empfehle ich, die Heilerde mit Ölen zu mischen. Für die Haut gut geeignet sind z.B. Jojobaöl, Olivenöl, Mandelöl, Aprikosenkernöl oder Kokosöl, wobei letzteres für den flüssigen Zustand erst erwärmt werden muss. All diese Öle sind den hauteigenen Ölen sehr nahe und werden daher von der Haut besonders gut aufgenommen. Außerdem haben sie meist noch zusätzliche Schönheitshelfer im Gepäck, wie z.B. Porenverkleinerung oder einen glättenden Effekt. Mischt man die Erde mit Öl, trocknet sie nicht komplett aus, was ein spannendes Hautgefühl verhindert und trockene Haut gleichzeitg gut pflegt. Bei Sonnenbrand, schuppiger Haut und bei Neurodermitis würde ich die Maske nur wenige Minuten einwirken lassen, um die Haut nicht zu überreizen. Außerdem bitte auf das Einreiben und den Peeling-Effekt verzichten, damit die Haut nicht aufgerissen oder verletzt wird.

Übrigens soll Heilerde auch fürs Haar ein tolles Mittelchen sein. Ausprobiert habe ich es jedoch noch nicht. Es soll entsäuernd und entfettend wirken, und auch wenn das Haar zu Beginn der Verwendung etwas stumpf wirkt, soll es bei regelmäßiger Anwendung für wunderbaren Glanz sorgen. Auch für Dreads ist die Paste angeblich geeignet, da sie die Haare schonend tiefenreinigt und Schuppen vorbeugt. Wie gesagt, ich habe es noch nicht ausprobiert, wer damit schon mal gewaschen hat darf mir gerne einen kleinen Erfahrungsbericht schreiben, ich bin gespannt

Um das Thema komplett zu halten gehe ich noch auf einen letzten Punkt ein. Nicht nur unserem Äußeren kann die Heilerde Gutes tun. Sie wirkt als Maske auch gegen Prellungen, Gelenkerkrankungen oder warm angerührt gegen Muskel- verspannungen. Und ganz im Sinne des alten Sprichwortes „Dreck reinigt den Magen“ kann man Heilerde auch innerlich anwenden. Sie hat positiven Einfluss auf unseren Säure-Basen-Haushalt, da sie überschüssige Säure bindet und abtransportiert, und hilft somit z.B. bei Sodbrennen. Und ebenso wie die Haut füllt sie unseren Körper mit wichtigen Mineralstoffen auf. Wer Lust auf eine empfohlene 3-wöchige Kur hat, verrührt 1-2 Teelöffel in einem Glas Wasser und trinkt es einmal täglich.
Viel Spaß beim ausprobieren! ッ

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Die Gesichtsmaske ist trocken und das Lachen fällt schwer ッ

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